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821 Hektar Schutzgebiet in der Kinzigaue – fünf Brunnen für den Raum Gelnhausen.
Das Wasserschutzgebiet Hailerer Aue liegt im Gebiet der hessischen Stadt Gelnhausen zwischen den Gewässern Kinzig und Schandelbach sowie dem Stadtteil Meerholz.
Es hat eine Größe von 821 ha und versorgt anteilig etwa 30.000 Menschen mit Trinkwasser. In fünf Bohrbrunnen wird ein großer Teil des Trinkwassers für den Raum Gelnhausen gewonnen. Das Wasserförderrecht besitzen die Stadtwerke Gelnhausen GmbH mit einer zugelassenen Wasserfördermenge von maximal 1,1 Mio. m³ pro Jahr.
Die fünf Brunnen liegen zwischen 11 und 50 m tief und befinden sich alle in der Talaue der Kinzig zwischen dem Stadtteil Hailer und dem Stadtgebiet Gelnhausen (vgl. Übersichtskarte unten).
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Drei Zonen und eine Verordnung schützen das Grundwasser rund um die Brunnen.
Nach § 51 des Wasserhaushaltsgesetzes der Bundesrepublik Deutschland können Wasserschutzgebiete zur Sicherung des Grundwassers und damit auch zur Sicherung des daraus gewonnenen Trinkwassers ausgewiesen werden.
Grundwasser ist Wasser, das sich im Untergrund in Gesteinsklüften oder in lockeren Gesteinen (wie z.B. Kies) über lange Zeiträume durch das Versickern von Niederschlagswasser sammelt. Es kann zum Beispiel in Flusstälern oder Feuchtgebieten sehr dicht an der Bodenoberfläche anstehen, es kann aber auch erst in großer Tiefe zu finden sein.
Jedes Wasserschutzgebiet besitzt eine Einteilung in drei Zonen. Die Zone I ist das nicht öffentlich zugängliche Gelände direkt um den Trinkwasserbrunnen und wird landbaulich nicht genutzt.
Daran schließt sich die Zone II an, deren äußere Begrenzung die 50-Tage-Kennlinie ist, von der aus das Grundwasser ca. 50 Tage bis zum Eintreffen in den Trinkwasserbrunnen benötigt. Dabei ist die Größe der Zone II abhängig von der Fließgeschwindigkeit des Grundwassers.
Die Zone III ist die äußere Zone des Wasserschutzgebietes, die bis zur Einzugsgebietsgrenze des Förderbrunnens verläuft.
Die Wasserbehörde setzt für das Trinkwasserschutzgebiet eine Wasserschutzgebietsverordnung fest, in der Regelungen zum Schutz des Grundwassers getroffen werden. Diese Verordnung enthält Ge- und Verbote für die Wasserschutzgebietsfläche. Diese betreffen zum Beispiel Baumaßnahmen, die Lagerung und den Transport wassergefährdender Stoffe und auch die Landwirtschaft.
Hier gibt es eine Besonderheit: Die Wasserschutzgebietsverordnung lässt alternativ zu den Ge- und Verboten eine Kooperationsvereinbarung zur Regelung der landwirtschaftlichen Nutzung zu.
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Gemeinsam mit den Landwirten für sauberes Grundwasser – von der Bodenprobe bis zur Düngeempfehlung.
Aufgabe und Ziel der landwirtschaftlichen Beratung im Wasserschutzgebiet Hailerer Aue ist die Unterstützung der Landwirte bei einer grundwasserschutzorientierten standortgerechten Bewirtschaftung der Acker- und Grünlandflächen.
Bewirtschaftungsdaten und Beprobungen
Als Grundlage für Empfehlungen sowie Korrekturvorschläge werden im Rahmen der Beratung die Bewirtschaftungsdaten der Landwirte jährlich in Schlagkarteien erfasst. Die Bewirtschaftungsangaben der einzelnen Acker- und Grünlandschläge können online im passwortgeschützten Login-Bereich eingegeben werden.
Wahlweise können Schlagkarteibögen in Papierform beim Ingenieurbüro Schnittstelle Boden zum Ausfüllen angefordert werden.
Weiterhin erfolgen im Frühjahr und Herbst Bodenbeprobungen und Analysen des im Boden für die Pflanzen verfügbaren Stickstoffs.
Fundierte Empfehlungen und praxisnahe Lösungen für eine bedarfsgerechte und nachhaltige Bewirtschaftung.
Düngeempfehlungen
Diese Grundlagendaten werden in eine detaillierte Düngebedarfsberechnung und differenzierte Düngeempfehlung für die einzelnen Schläge umgesetzt.
Chlorophyllmessungen während der Wachstumszeit geben weitere Informationen zum momentanen Stickstoffbedarf der Anbaufrüchte. Die aktuellen Ergebnisse werden den Landwirten in Rundschreiben mitgeteilt oder im Rahmen von Feldrundfahrten vor Ort diskutiert.
Weitergehende Beratung
Demonstrationsversuche veranschaulichen die Wirkung von bestimmten Grundwasserschutzmaßnahmen und geben weitere Informationen, die die Beratung direkt unterstützen können.
Rundbriefe, Informationsabende und Einzelberatungen zu besonderen Problemstellungen runden das Beratungsangebot ab.
Landwirte und das Wasserversorgungsunternehmen können sich zum Schutz der Wasserqualität auf freiwilliger Basis zusammenschließen und im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung auf der Grundlage einer Karte der Bodenqualitäten (Nitrataustragsgefährdung der Böden) detaillierte Regelungen zum Wasserschutz treffen (vgl. Schema einer Kooperation PDF 120 KB). Diese Regelungen ersetzen, wenn die Wasserbehörde zustimmt, die Ge- und Verbote der Wasserschutzgebietsverordnung für die Kooperationsmitglieder (vgl. Grafik rechts).
Diesen Weg sind auch die Stadtwerke Gelnhausen und die Interessengemeinschaft der im Wasserschutzgebiet wirtschaftenden Landwirte für das Wasserschutzgebiet Hailerer Aue gegangen:
Die vom Ingenieurbüro Schnittstelle Boden entworfene Kooperationsvereinbarung wurde im Herbst/Winter 2003/2004 in vier Arbeitskreissitzungen intensiv bis zum Konsens aller Beteiligten (Landwirte, Stadtwerke Gelnhausen, Fachbehörden, Ingenieurbüro Schnittstelle Boden) diskutiert.
Am 03. März 2004 wurde die Kooperationsvereinbarung im Rahmen einer Feierstunde bei den Stadtwerken Gelnhausen unterzeichnet (vgl. Foto links).
Aktuell beteiligen sich 25 der 28 im Wasserschutzgebiet wirtschaftenden Landwirte an der Kooperation. Diese bewirtschaften 97 % der Flächen des Wasserschutzgebietes.
Im Rahmen der Kooperation finanzieren die Stadtwerke Gelnhausen ein langjähriges landwirtschaftliches Beratungsprojekt, über das die beteiligten Landwirte bei der Umsetzung der Kooperationsvereinbarung unterstützt und Lösungen für eventuell bestehende Probleme erarbeitet werden.
Als kompetenter Partner wurde hierfür das Ingenieurbüro Schnittstelle Boden beauftragt.
Der Arbeitskreis begleitet die Kooperation mit regelmäßigen Treffen, an denen einerseits die aktuellen Ergebnisse und Entwicklungen diskutiert, andererseits aber auch Verfahrenskorrekturen und Problemlösungsmöglichkeiten besprochen werden.
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Brunnen, Nitratwerte, Böden und Klima im Wasserschutzgebiet im Überblick.
Durch Brunnen, manchmal auch Quellfassungen, erschließen die Wasserversorgungsunternehmen das Grundwasser für die Nutzung als Trinkwasser und zur Sicherstellung der Versorgung der Bevölkerung mit Wasser von hoher Qualität. Das Grundwasser ist durch die darüber liegenden Bodenschichten gut geschützt, da diese wie ein Filter wirken und das Niederschlagswasser auf dem Weg ins Grundwasser reinigen.
Im Wasserschutzgebiet Hailerer Aue der Stadtwerke Gelnhausen GmbH wird in fünf Bohrbrunnen ein Teil des Trinkwassers für den Raum Gelnhausen gewonnen. Die Ausbauzeichnungen der Brunnen 1 und 6 weisen einen ca. 50 m tiefen Bohrbrunnen aus, die Brunnen 2 und 4 sind bis 11 m unter Gelände ausgebaut und der Brunnen 5 weist eine Tiefe von 26 m auf.
Die mittleren Nitratgehalte der Brunnen liegen im Jahr 2018 zwischen 12,5 und 40,5 mg Nitrat/l und bewegen sich damit auf Vorjahresniveau (2017 zwischen 11,0 und 38,9 mg Nitrat/l). Insgesamt setzt sich die leicht fallende Tendenz aus den Vorjahren fort.
In den Brunnen 1, 2 und 6 sinkt seit Beginn der Kooperation die Trendlinie (in grün dargestellt) im langjährigen Mittel oder sie bleibt konstant.
Der Brunnen 5 (rote Trendlinie) verzeichnet noch einen leichten Anstieg. In den letzten beiden Jahren sind die Werte deutlich gesunken und lagen 2018 im Mittel bei 24,5 mg Nitrat/l und somit unter dem Zielwert von 25 mg Nitrat/l.
Im langjährigen Mittel besitzt der Brunnen 2 die höchsten Werte. Diese liegen jedoch deutlich unter dem Grenzwert von 50 mg Nitrat/l. Der Trend im Brunnen 2 ist weiterhin sinkend. Im Mittel sind letztes Jahr 40,5 mg Nitrat/l gemessen worden.
Die geringsten Nitratwerte sind wie in den Vorjahren im Brunnen 4 gemessen worden. Im Mittel liegen hier die Werte bei rund 12,5 mg Nitrat/l mit fallender Tendenz.
Böden entwickeln sich während des zur Verfügung stehenden Zeitraumes in Abhängigkeit des Wirkungsgefüges der Bodenbildungsfaktoren: nämlich dem Ausgangsgestein, dem Klima, dem Relief, dem Wasser, der Vegetation, den Tieren und – in Kulturlandschaften besonders wichtig – dem Menschen.
Demzufolge sind auch im Wasserschutzgebiet Hailerer Aue eine Vielzahl an verschiedenen Bodentypen anzutreffen.
Im Überflutungsbereich der Kinzig herrschen tiefgründige, sandige bis lehmige Auenböden vor, während auf den steilen Hangrücken östlich von Hailer flachgründige und steinige, schnell austrocknende Böden vorkommen.
In Dellen und Hangverflachungen hat sich abgetragenes Bodenmaterial gesammelt und bildet so genannte Kolluvisole. Des Weiteren treten ackerbaulich wertvolle Böden, die sich auf den zwischen den Eiszeiten angewehten Lössschichten gebildet haben, im südöstlichen Teil des Schutzgebietes auf.
Der größte Flächenanteil (385 ha) des Wasserschutzgebietes Hailerer Aue (Gesamtfläche rund 821 ha) wird landwirtschaftlich genutzt. Etwa ein Viertel der Fläche wird von Siedlungsbereich und Verkehrsnetz eingenommen. Die forstwirtschaftlich genutzten Flächen einschließlich der Feldgehölze nehmen mit 197 ha den drittgrößten Flächenanteil ein. Die Restfläche verteilt sich auf Flugplatz, Gartenland und Gewässer.
Die Hauptanbaufrüchte auf dem Ackerland sind Mais, Winterweizen und Körnerraps, die zusammen zwischen 59 und 81 % der ausgewerteten Anbaufläche einnahmen. Bei den Sommerungen haben Mais und Zuckerrüben eine größere Bedeutung als das Sommergetreide. Der Anteil Stilllegungsfläche liegt bei 7 bis 12 %.
Beim Grünland überwiegen die Wiesen, die zwei- bis dreimal geschnitten werden. Bei den Mähweiden und den Weiden überwiegt die zweimalige Nutzung.
Die Ackerflächen weisen eine durchschnittliche Größe von 1,47 ha auf, während die Grünlandflächen mit 0,81 ha deutlich kleiner sind.
Das Wasserschutzgebiet liegt im Bereich der naturräumlichen Untereinheiten Gelnhäuser Kinzigtal und Nordwestliches Spessartvorland. Die Haupteinheit ist das Büdingen-Meerholzer Hügelland, das im Nordostteil des Rhein-Main-Tieflandes zwischen Nidder und Kinzig liegt und südlich bis an den vorderen Spessart heranreicht. Eine ökologische Sonderstellung nimmt das Kinzigtal ein, in welchem Hochwasser häufig sind.
Das Klima im Bereich des Wasserschutzgebietes kann als gemäßigt bezeichnet werden.
Die Jahresmitteltemperatur liegt bei 9,6 °C; die mittlere Julitemperatur beträgt 18,9 °C, die mittlere Januartemperatur 1,2 °C.
Nach der Jahresreihe 1981-2010 liegt die mittlere jährliche Niederschlagshöhe der Klimastation Wächtersbach des Deutschen Wetterdienstes bei 898 mm, wobei im Winterhalbjahr (November-April) 425 mm und im Sommerhalbjahr (Mai-Oktober) 473 mm fallen.
Die langjährige mittlere potenzielle Verdunstung (1951-1980) beträgt für Winterweizen 698 mm, für Mais 552 mm und für Gras 652 mm.
Sie haben Störungen in der Versorgung Ihres Haushaltes oder Ihres Unternehmens? Mit unserem Service-Notfalltelefon der Stadtwerke Gelnhausen helfen wir Ihnen gerne bei Ihren individuellen Problemen weiter. Schnell und zuverlässig – denn wir halten, was wir versprechen.
Bei Störungen in der Stromversorgung:
Tel.: 0800 3410134 (kostenfrei)
Bei Störungen bzgl. Wasser und Wärme:
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Der Service der Stadtwerke Gelnhausen – rufen Sie einfach an!
* 3,9 ct/min (Stand 1. Juli 2008) zum Ortstarif aus dem Festnetz der Deutschen Telekom, für Anrufe aus den Mobilfunknetzen können abweichende Preise gelten, ab 01.03.2010 werden max. 42 Cent pro Minute berechnet.